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30.10.2005
LAITH AL-DEEN
Fans bejubeln Laith Al-Deen beim Tournee-Auftakt in Berlin!
Als LAITH AL-DEEN vor vier Jahren mit "Bilder von Dir" die Charts erklomm, deutete vieles auf ein One-Hit-Wonder hin. Im Unterschied zu vielen Kollegen aber hat sich der Mannheimer in der deutschen Pop-Welt etabliert: 1.500 Fans feierten den 33-Jährigen am Donnerstagabend zum Auftakt seiner neuen Tournee in der Berliner Columbiahalle.
Zweieinhalb Stunden stand der Deutsch-Iraker auf der Bühne, und zu keiner Sekunde kam das Gefühl auf, da spule einer bloß sein Programm ab. Bis zum 7. Dezember tritt Al-Deen noch in 26 weiteren deutschen Städten auf.
Neben bekannten Nummern wie "Dein Lied" spielte Al-Deen auch einige Stücke seines neuen Albums "Die Frage wie". Die Scheibe war Mitte September auf Anhieb auf Platz 3 der Album-Charts gelangt - Indiz für eine mittlerweile stattliche Fangemeinde. Allerdings: Auf den Top-Rängen konnte sich das Album nicht halten, was darauf hindeutet, dass das Starpotenzial Al-Deens begrenzt bleibt. Bei seinem letzten Auftritt in Berlin waren noch über 3.000 Fans in die Columbiahalle geströmt.
Auf der Bühne ist Al-Deen weit rockiger als es seine erfolgreichsten Single-Auskopplungen vermuten ließen. In der Columbiahalle präsentierte sich ein vielseitiger, musikalisch gereifter Künstler, dem eine grundsolide Band zur Seite stand. Gekonnt reduzierte Popsongs bildeten das Gerüst des Auftritts. Ab und zu durfte die E-Gitarre vernehmlich knurren, und in einige Stücke schlichen sich ein paar Jazz-Klänge. Vor allem aber lebt Al-Deen von seiner rauen, souligen Stimme, die auch größere Hallen erobern könnte als jene, die er bisher zu füllen vermag.
Einige der neuen Nummern deuten auf eine gewisse Freude am Experiment hin. "Damit ich wieder schlafen kann" basiert beispielsweise auf orientalischen Klängen. Der Deutsch-Iraker Al-Deen hat das Stück gemeinsam mit dem marokkanischen Künstler Kili Et Houssaine aufgenommen, der in der Columbiahalle überdimensional auf einer Leinwand eingeblendet wurde. Im Ganzen aber gilt: Al-Deens Probier-Lust endet da, wo ihr der vermutete Geschmack des Anhangs Grenzen setzt. Auch die härteren Stücke ließen allenfalls erahnen, dass Al-Deen ursprünglich eine Metal-Karriere vorschwebte. Und die Zahl seiner gesellschaftskritischen Nummern blieb überschaubar, so dass der soziale Anspruch nicht lästig zu fallen drohte.
Al-Deen lebt vom Bild des Schmuse-Papstes, gegen das er sich scheinbar zur Wehr setzt. Zwischen den Stücken thematisierte er sein Image immer wieder, mehr oder weniger spielerisch. Seine größte Nummer "Bilder von Dir" hob sich Al-Deen für den Schluss auf. So endete der Abend in einer Melange aus sehnsuchtsvoller Andacht und frenetischem Beifall.
Quelle: dpa
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